Als braver Backpacker in Australien „macht“ man die Ostküste. Cairns – Cape Tribulation – Townsville – Airlie Beach – Whitsunday Islands – Hervey Bay – Fraser Island – Noosa – Australia Zoo – Brisbane – Byron Bay. Das waren die Stationen. Ich hätte zwischendrin noch viel mehr sehen können, aber dazu hat leider die Zeit und das Geld nicht gerreicht. Was ich aber gesehen habe ist mir unvergesslich geworden.
Cairns war schlichtweg verregnet. Alle 5 Minuten hats dort das regnen angefangen. Naja, ist ja auch in tropical Queensland. Aber mit hilfe des Nightmarkets (Souveniershopping) und zwei Telefonzellen sind wir nur einmal triefend nass im Hostel angekommen.
Cape Tribulation war auch verregnet. Das ist die Nordostspitze von Australien, ein Regenwaldgebiet. Dort haben alle Pflanzen Stacheln! Alles will sich irgendwie verteidigen! Nur dem Krokodil reichen seine Zähne um das Nest sicher zu halten. Ansonsten muss ich gestehen, dass der Regenwald zwar chillig, aber nicht so sehr aufregend war. Es war interessant zu sehen, wie die Pflanzenwelt so aussieht, aber sie hat mich nicht vom Hocker gehauen.
Next Stop: Townsville. Wir haben uns drei Tage Rast gegönnt, ein bischen ausruhen, ein bischen Wäsche waschen, ein bischen rumliegen und faul sein. Trotz Osterwochenende konnten wir weggehen und haben im Irish Pub im Quiz einen Jug Bier gewonnen (mit Hilfe des netten Australiers, dem ganz langweillig war bis er uns kennen gelernt hat) und im Club danach drei Schlägereien beobachtet. Richtig erfolgreicher Abend!
Die Whitsunday Islands waren ein Traum! Ein Seegelboot, eine tolle Crew, tolle Leute (vor allem die zwei Holländer – sehr entertaining) und dieses fabelhafte Wetter an einem der schönsten Orte der Welt. Whitehaven Beach muss man gesehen haben um sich darauf zu freuen in den Himmel zu kommen! Der weicheste Sand über den ich die Ehre hatte zu laufen, das klareste Wasser durch das ich jemals geschwommen sind und die blauesten Krabben die jemals vor mir davongelaufen sind. Und zwar hunderte von ihnen! Ich hab sogar einen Babyhai gesehen! Und ich wollte ganz einfach nicht gehen, weil der Sand so toll war! Aber da die Inseln ein Nationalpark sind, darf man nichts davon mitnehem. Das einzig blöde war, der Sand hat meine Camera kaputtgemacht, sie tut nicht mehr ganz was sie soll.
Auf dem Boot bin ich nur ein bischen Seekrank geworden, aber das Schnorcheln im Great Barrier Reef und vor allem mein erster Tauchgang haben das wieder wett gemacht! Ich will meinen Tauchschein machen! Das ist der Wahnsinn: ich hab einen Rochen gesehen, die ganzen Korallen in ihren hunderttausend Farben, durch Fischschwärme geschwommen, einzelne Fische verfolgt (teilweise richtig große) und ich hab das ganze auch noch überlebt!
Fraser Island hab ich sozusagen auch getaucht: aber im Regen nicht im Meer. Der erste Tag unserer drei-Tages-Campingtour war noch wunderschön und wir haben ihn auch sehr genossen, als aber am 2. Tag abends der Regen losging, waren wir nicht mehr so happy. Aber irgendwie haben wir es geschafft eine recht große Fläche mit Planen zu überspannen und darunter dann wieder zu trocknen und einen Heidenspaß haben. Die Insel besteht komplett aus Sand und ist so berühmt, weil auf diesem Sand ein kompletter Regenwald wächst. Weiterhin gibts noch wunderschön klare Seen, eine fantastische Tier und Pflanzenwelt und Kilometerlang Beach, der einfach zur Straße umfunktioniert wurde. Mit 4-Wheel-Drives. Recht hoppelige Angelegenheit, aber Lars unser Fahrer hat sich alle Mühe gegeben.
Kommen wir zum Australia Zoo, home of the Crocodile Hunter Steve Irwin, der ja leider 2006 von einem Rochen getötet wurde. Irgendwer hat mir erzählt, es gab in Australien in den letzen 200 Jahren 2 Fälle, dass ein Mensch bei einem Zusammenstoß mit einem Rochen gestorben ist: irgendeine arme Sau – und Steve Irwin.
Wenn man aber sieht was er mit diesem Zoo an der australischen Ostküste geleistet hat, weiß man er lebt ewig. Ich hab ja schon ein paar Tierparks gesehen, aber sowas noch nicht. Noch nirgendwo ist mir passiert, dass ein Leopard an der Leine spazierengeführt wird, ich durfte bisher noch keinen Koala und keine Schlange streicheln, ich hatte nicht ständig Lizzards um meine Füße rumlaufen oder Wombats an mir vorbei. Ich wusste nicht wie weich Kängaroos und Wallabies sein können, wie niedlich Babytieger sind und hab noch nie einem Krokodiel beim gefüttertwerden zugesehen. Einfach der Wahnsinn! Das ganze noch bei 32°C im Schatten, das macht den Tag perfekt, da man im ganzen Park genug Eis kaufen konnte. Das ganze ist sehr lehrreich aufgebaut, einen Aufgabe die sich der Australia Zoo gestellt hat ist den Leuten zu zeigen wie sie vor allem die Tierwelt erhalten kann. Wenn ihr die Gelegenheit habt: schaut ihn euch an!
In Noosa ( 1 Stunde vom Zoo) hab ich in dem winzigsten Nationalpark des Landes den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens gesehen. Bilder werd ich euch mit Sicherheit zeigen wenn ich in naher Zukunft wieder daheim bin.
Letzte Station war dann Byron Bay, das Zentrum der Surfer, Kiffer und Backpacker. Surfkurs hab ich dort gemacht (ja, ich bin gestanden und hab Wellen gesurft!), Backpacker bin ich selber, nur von den Kiffern hab ich mich ferngehalten, brav wie ich bin. Leider war das Wetter relaiv schlecht und blöderweise hab ich dieses schlechte Wetter dann mit nach Sydney genommen, so dass ich hier schon wieder vollgeregnet werde, auf meinen täglichen Wegen in und aus der Stadt heraus.